Praxisbewertung für Heilberufler
Was ist Ihre Praxis wirklich wert?
Eine ärztliche oder therapeutische Praxis ist mehr als Inventar und Geräte – sie ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit, Erfahrung und Vertrauen.
Ob Praxiskauf oder -verkauf, Übernahme, Nachfolgeplanung oder Partnerschaft: Eine professionelle Praxisbewertung schafft die Grundlage für faire Entscheidungen.
Warum eine fundierte Praxisbewertung wichtig ist
Mit einer objektiven Bewertung:
- sichern Sie sich eine faire Preisfindung,
- vermeiden spätere steuerliche oder rechtliche Konflikte,
- und schaffen Transparenz für Käufer, Partner und Banken.
Gerade bei Praxisübergaben oder Beteiligungen ist der Nachweis des tatsächlichen Werts entscheidend – sowohl wirtschaftlich als auch steuerlich.
Der Praxiswert setzt sich im Wesentlichen aus zwei Teilen zusammen:
1. Substanzwert (materielle Werte)
Geräte, Möbel, EDV, Fahrzeuge, Vorräte – also alles, was „greifbar“ ist.
Er bildet die Untergrenze des Praxiswerts.
2. Immaterieller Wert (Goodwill, ideeller Wert)
Dieser Wert spiegelt das wider, was eine erfolgreiche Praxis ausmacht:
Den Patientenstamm, das Team, den Standort, den Ruf und die Ertragskraft.
Gerade dieser Teil ist wertmäßig der Wesentliche und erfordert eine genaue Berechnung.
Die Praxisbewertung ist ein entscheidender Schritt bei Praxisübernahmen, Zusammenschlüssen oder Nachfolgeregelungen.
Die wichtigsten Methoden bei der Praxisbewertung:
1. Modifiziertes Ertragswertverfahren
Das modifizierte Ertragswertverfahren gilt als die in der Praxis anerkannteste und fachlich fundierteste Bewertungsmethode.
Mit der betriebswirtschaftlichen Präzision wird die nachhaltige Ertragskraft einer Praxis unter Einbeziehung individueller Faktoren - wie Inhaberlohn, Praxiskosten und individuelle Risikofaktoren - berechnet.
Anders als bei rein buchwertorientierten Verfahren wird hier nicht nur der Substanzwert (z. B. Ausstattung, Geräte, Einrichtung) berücksichtigt, sondern vor allem die nachhaltige Ertragsfähigkeit.
Für die Berechnung werden die Ergebnisse der Vergangenheit, üblicherweise der letzen drei Jahre, um außergewöhnliche Ereignisse korrigiert, gewichtet und mit einem marktkonformen Kapitalisierungszinssatz auf den Bewertungsstichtag abgezinst.
Das modifizierte Ertragswertverfahren trägt den branchenspezifischen Besonderheiten medizinischer Praxen Rechnung. Neben den wirtschaftlichen Kennzahlen spielen immaterielle Werte – insbesondere der Goodwill (z. B. Patientenstamm, Standort, Reputation, Mitarbeiterstruktur) – eine zentrale Rolle. Diese Faktoren fließen differenziert in die Berechnung ein und ermöglichen eine realistische Marktwertbestimmung.
Vorteile des modifizierten Ertragswertverfahrens
- Objektive und nachvollziehbare Bewertungsgrundlage
- Einbezug individueller Praxisfaktoren
- Anerkanntes Verfahren bei Steuerberatern, Kammern und Banken
- Hohe Akzeptanz bei Kaufpreisverhandlungen und Gutachten
2. Substanzwertverfahren
Das Substanzwertverfahren ist ein klassisches und früher häufig eingesetztes Verfahren der Praxisbewertung, das nur den materiellen Wert einer Arzt- oder Zahnarztpraxis in den Mittelpunkt stellt. Daher sollte es nur in Ergänzung zu anderen Bewertungsmethoden – insbesondere zum modifizierten Ertragswertverfahren – eingesetzt werden.
Der Substanzwert stellt die absolute Untergrenze des Praxiswerts dar.
Desto ertragsstärker die Praxis ist, desto unzutreffender ist das Ergebnis aus der Substanzwertmethode.
Beim Substanzwertverfahren wird der Wert der Praxis anhand der wiederbeschaffungs- oder fortführungsfähigen Vermögensgegenstände ermittelt und mit deren aktuellen Zeitwerten angesetzt.
Immaterielle Erfolgsfaktoren – wie Reputation, Patientenbindung oder Standortattraktivität – bleiben außer Acht. Es ist eine veraltete Methode, die als alleinige Bewertungsmethode kaum angewendet wird, da es bei Banken usw. selten anerkannt wird. Daher wird es in der Praxis nur als Ergänzung zum Ertragswertverfahren eingesetzt.
3. Vergleichswertverfahren
Das Vergleichswertverfahren ist ein praxisorientiertes und marktnahes Verfahren zur Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen. Es orientiert sich an tatsächlich erzielten Kaufpreisen vergleichbarer Praxen und bietet dadurch eine realistische Einschätzung des am Markt erzielbaren Praxiswerts.
Gerade bei geplanten Praxisverkäufen oder Nachfolgeregelungen liefert das Verfahren wertvolle Anhaltspunkte für faire und nachvollziehbare Preisverhandlungen.
Beim Vergleichswertverfahren wird der Wert einer Praxis auf Basis von Vergleichsdaten bereits veräußerter Praxen ermittelt.
Hierzu werden Kennzahlen herangezogen, die aus realen Transaktionen stammen – beispielsweise:
- Fachrichtung und Praxisgröße
- Standort (z. B. Stadtlage, Einzugsgebiet, Patientenstruktur)
- Umsatz- und Ertragskennzahlen
- Geräteausstattung und Personalstruktur
- Vertragsgestaltung und Mietverhältnisse
Aus diesen Vergleichswerten wird ein marktgerechter Praxiswert abgeleitet, der die individuellen Rahmenbedingungen der zu bewertenden Praxis berücksichtigt.
Das Vergleichswertverfahren wird vor allem in Fällen eingesetzt, in denen verlässliche Marktdaten vorliegen – etwa bei der Bewertung von Arztpraxen in häufig vertretenen Fachrichtungen (z. B. Allgemeinmedizin, Zahnmedizin, Orthopädie).
Es eignet sich insbesondere zur Plausibilisierung anderer Bewertungsverfahren, wie des modifizierten Ertragswertverfahrens, und kann somit zur Absicherung und Vergleichbarkeit von Bewertungsergebnissen beitragen.
Vorteile des Vergleichswertverfahrens
- Realitätsnahe Bewertung auf Basis aktueller Marktdaten
- Gute Vergleichbarkeit zwischen ähnlichen Praxen
- Hohe Akzeptanz bei Kaufpreisverhandlungen und Gutachten
- Optimale Ergänzung zu anderen Bewertungsverfahren
Da das Vergleichswertverfahren auf vorhandenen Marktdaten basiert, hängt seine Aussagekraft von der Qualität und Aktualität der Vergleichsdaten ab. Für sehr spezialisierte oder einzigartige Praxen kann es daher nur eingeschränkt angewendet werden. In diesen Fällen empfiehlt sich die Kombination mit dem ertragswertorientiertem Verfahren.
In der Praxis führt eine Kombination aus Ertragswert- und Substanzwertmethode meist zum realistischsten Ergebnis.
Wichtig ist, dass alle wirtschaftlichen, organisatorischen und steuerlichen Aspekte individuell berücksichtigt werden.
Eine fundierte Praxisbewertung erfordert betriebswirtschaftliche Präzision und branchenspezifisches Fachwissen.
Wir analysieren Ihre Zahlen, berücksichtigen Ihre Besonderheiten und zeigen Ihnen, wie Sie den Wert Ihrer Praxis transparent und nachvollziehbar ermitteln können.
Vertrauen Sie auf unsere Erfahrung in der Praxisbewertung für eine faire, objektive und rechtssichere Wertermittlung als sichere Grundlage für Entscheidungen im Rahmen von Kauf, Verkauf, Nachfolge oder steuerlicher Bewertung.